bedenken (weg-)tragen

eins, zwo, drei, vier

das narrenschiff. vieles ist zur gewohnheit geworden, man und frau gewöhnt sich an (fast) alles. alle paar tage eine im öffentlich-rechtlichen fernsehen übertragene ziehung bzw. verkündigung irgendwelcher lottozahlen,      beispielsweise so, immer den eindruck erweckend, dieses (spätestens nächstes) mal lande ich den super-voll-treffer. dabei ist die chance, einen „sechser“ im lotto zu gewinnen kleiner als das risiko, daß das nächstgelegene atomkraftwerk in die luft fliegt.

davon ausgegangen, daß die chance auf einen „sechser“ bei 1:15.000.000 liegt, und vorausgesetzt jemand füllt pro ziehung 10 kästchen mit je 6 zahlen aus, und das zweimal pro woche, dann gibt es im durchschnitt für diese/n spieler/in „6-richtige“ alle ca. 15.000 jahre. ebenso davon ausgegangen, daß es in einem akw alle 10.000jahre zu einem gau kommmt, es in europa im näheren umfeld ca. 50 akw gibt, dann gibt es ca. alle 200 jahre in einem davon ein große katastrophe.

noch ein gewinnspiel
wie kommt es nun, daß es bis jetzt doch noch relativ „wenige“ akw-unfälle gegeben hat, aber nahezu jedes wochenende doch irgendjemand im lotto einen volltreffer landet? wer das hier (als erste/r) verständlich erklären kann, erhält eine einladung zum premiere-kollektiv-essen oder wahlweise einen gutschein über 10,oo euro für einen strauss blumen oder eine pulle sekt (im ernst!) …

bei derart komplizierten lagen kann der überblick schon mal etwas verloren gehen. sicher scheint nur, daß viele leute ernsthaft an den volltreffer im lotto glauben, während im wahren leben die reaktoren bröckeln und bersten und verhältnismäßig wenig zweifel an der reaktorsicherheit zu spüren ist…

wenigstens die renten sind sicher
nicht viel anders sieht es beim verhältnis von terror- zu verkehrstoten in der brd aus. an jährlich mehr als 3.000 verkehrstote ist der normalbürger gewöhnt, da fühlt er sich sicher bzw. wird in sicherheit gewiegt. tote bei „terroranschlägen“ (was immer das jetzt auch genau ist) gab es in den letzten jahren in der brd im schnitt etwa 10 pro jahr, also in einem jahr soviele wie verkehrstote an einem einzigen tag.

gab es deshalb einen einzigen „brennpunkt“ zum thema „verkehrstote“ im fernsehen oder wurden schwerbewaffnete polizeistreifen beobachtet, die regelwidrigen links- oder rechtsabbiegern die reifen zerschossen haben. was der mensch bedrohlich, bedenklich empfindet und was nicht scheint doch recht relativ zu sein.

auf 10 eheschließungen kommen in der brd drei bis vier scheidungen, trotzdem wird geheiratet. das wirtschaftsgebilde der freien marktwitschaft wackelt gewaltig, und es wird nicht der erste zusammenbruch sein, wenn (temporal, nicht kausal) er kommt.

trotz alledem ist der glaube an das bestehende system meist größer als die hoffnung oder das vertrauen auf etwas anderes. oft fehlt jegliches wissen um alternativen, selbst die phantasie sich etwas anderes vorzustellen ist nur selten vorhanden, ist halt alles „alternativlos“. so sieht es auch in den meisten diskussionen um das thema wohnprojekt aus. es könnte ja streit geben, das projekt könnte pleite gehen oder sonstwie scheitern. wer kennt schon die mehr als 100 erfolgreichen wohnprojekte die nach dem modell des freiburger „mietshäuser-syndikat“ gegründet wurden oder hat von „co-housing“ gehört.

selbst ist die frau
zumindes besteht in einem selbsthilfe-projekt die möglichkeit, einfluß auf die dinge zu nehmen. diese möglichkeit ist in der mietwohnung oder im altenheim doch sehr eingeschränkt. natürlich müssen kompromisse gefunden werden, aber es besteht die chance bei der suche nach selbigen beteiligt zu sein. es werden keine tatsachen oder sachzwänge einfach diskussionslos vorgesetzt, kreativität und der wille nach lösungssuche sind möglich und gefragt.

jedes altenheim ist doch im grunde auch nichts anderes als eine große wohngemeinschaft, nur daß ein paar leute das sagen haben und daß das ganze meist auch noch profit für irgendwelche investoren abwerfen muß. warum sollte das nicht in eigener regie zu machen sein. die energie die nötig und möglich ist hineinstecken und den profit in form von gemeinschaft, sinnhaftigkeit und auch geld selbst abschöpfen. was spricht dagegen?

auch möglichen kreditgebern müßten die vorzüge einer investition in ein solides, fortschrittliches, gemeinschaftliches wohnprojekt vermittelt werden (können). dort ist das geld sicherer und sinnvoller aufgehoben als in jedem banktresor oder auf jedem bankkonto. die kredite werden schriftlich vereinbart, als sicherheit gibt es ja die immobilie/das haus, und letztlich die bewohner/innen. diese engagieren sich alleine schon aus eigenem interesse heraus für den fortbestand des projektes, um in dem objekt wohnen bleiben zu können. und das investoren überzeugt werden können, das haben auch schon andere bewiesen, beispielsweise hier… oder auch hier…

ha:p

http://www.fr.de/wirtschaft/energie/atomkraftwerke-das-maerchen-vom-restrisiko-a-920230

http://www.sueddeutsche.de/panorama/-frage-wie-gross-ist-die-chance-im-lotto-zu-gewinnen-1.662028

https://www.ruhrnachrichten.de/Nachrichten/Hier-liegen-Europas-aktive-Atomkraftwerke-51677.html

http://www.gluecksspielsucht-saar.de/de/aktuelle_meldungen/wie_viele_menschen_spielen_deutschland_lotto_-_was_passiert_mit_dem_gluecksspielhttp:

//www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/atomkraft-was-eon-und-co-mit-ihren-atomeilern-verdienten-a-968941.html

https://orange.handelsblatt.com/artikel/36264

https://www.auto-motor-und-sport.de/verkehr/unfallstatistik-2017-zahl-der-verkehrstoten/

 

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2 Kommentare zu „bedenken (weg-)tragen“

  1. hallo frau bohnes, vielen dank für die blumen. zu den verlinkten projekten in aachen, die es heutzutage in verschiedener form ja schon vielerorts gibt: ich möchte die „abgeschlossenen“(!) wohneinheiten mehr öffnen und auch noch weitere punkte anders gewichten, zb den selbsthilfe- und selbstbestimmungs-gedanken. ich stelle mir so eine art essenz einzelner aspekte aus verschiedenen projekten vor. der bedarf und auch das interesse sollten vorhanden sein, ja, bleibt die hoffnung, daß sich einige leute zusammenfinden.

    die anregung mit bad/wc nehme ich für die weitere planung auf und gehe in einem separaten beitrag jetzt ausführlicher darauf ein. eine große rolle bei allen entscheidungen wird natürlich spielen, wer letztlich mitmacht und mitentscheidet und wie die sache sich auch entwickelt.

    mfg paul hansen

    nachtrag: als allgemeine info und persönliche empfehlung zum thema „pflege“ hier ein link zur web-seite von frau bohnes > http://pflegeberatung-aachen.de/aktuelles/ <.

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  2. Hallo Herr Hansen,
    erst einmal Glückwunsch zu dieser schönen Seite. Sie packen es also an! Sehr gut.
    Was für mich bei einem solchen Wohnprojekt neben dem eigenen Zimmer noch wichtig wäre, wäre ein eigenes Bad mit Toilette. Den sanitärbereich teile ich mir ungern und ich kenne viele Leute, denen es ähnlich geht.
    Wie ich Ihnen bereits erzählt habe, gibt es in Aachen bereits Wohnprojekte. Ich habe Ihnen mal Links zur Anregung herausgesucht:
    http://www.lebenswege-aachen.de
    http://www.patchworkhaus-aachen.de
    http://www.wohnprojekt-sun.de
    http://www.mit-freunden-unter-einem-dach.info
    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und viele Mitsteiter*innen bei Ihrem Vorhaben.
    Beste Grüße
    Heike Bohnes

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